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Nebenwirkungen der Globalisierung

Hat der Zielstaat genügend Schulden bei den ausländischen Banken gemacht, ist sein Untergang nur noch eine Frage der Zeit. Jetzt beginnt der zweite Teil des Spiels, die Auflösung des Sozialsystems. Geeignete Hilfsmittel sind so genannte "Marktreformen".

Globalisierungsfalle
© babimu - Fotolia.com

Waren die Steuern der Bevölkerung früher in die Soziale Absicherung der Gemeinschaft geflossen, werden sie nun zum großen Teil für den staatlichen Schuldendienst benötigt, die ihre Politiker bei ausländischen Banken gemacht haben.
Staaten, die ihren "finanziellen Verpflichtungen" nicht nachkommen, werden auf eine "Schwarze Liste" gesetzt und erhalten keinerlei Unterstützung mehr. Dafür sorgt die weltweite Vernetzung der Großbanken.

Unter dem Deckmantel "Demokratische Reformen" beginnt nun der Umbau der Volkswirtschaft:

  • Staatsunternehmen werden aufgelöst oder verkauft
    Die Glopoly-Spieler können so kostengünstig Staatsunternehmen oder ganze Industriezweige erwerben, mit denen man auf dem Weltmarkt große Gewinne erzielt.
  • Sozialprogramme werden gestrichen
    Um das "Haushaltsdefizit" zu reduzieren werden die Alters- und Krankenversorgungen gekürzt und die staatlichen Dienstleistungen (öffentliche Verkehrsmittel, Telefon, Elektrizität) verteuert oder privatisiert. - Multinationale Konzerne übernehmen diese Aufgaben gerne, denn die Einnahmen fließen dann in den internationalen Geldverkehr, d.h. in die Taschen der Glopoly- Spieler.
  • Staatsbedienstete werden entlassen.
    Sie erhalten - ohne dafür eine Leistung zu erbringen - eine Abfindung und eine Rente, die zur weiteren Verschärfung des Staatshaushaltes beiträgt.
  • Mit neuen Richtlinien wird die Vergabe von Krediten geregelt
    Nur größere Firmen erhalten noch günstige Finanzmittel. Damit werden die Kleinbetriebe bewusst zerstört, ihre Ländereien und Produktionsstätten von mittelgroßen Betrieben übernommen, was für sie oftmals zur Abhängigkeit von Banken führt.
  • Die Kraftstoff- und Transportkosten werden erhöht.
    Dadurch steigen die inländischen Produktionskosten über die Erzeugerpreise. Da ausländische Produkte häufig billiger hergestellt werden können (geringere Lohnkosten), wird die nationale Industrie geschwächt oder zerstört und kann durch internationale Konzerne ersetzt werden.

Die Folgen

  • Verteuerung der Grundnahrungsmittel
  • Erhöhung der Steuern, um die immer steigenden Staatsausgaben zu finanzieren.
  • Abkoppelung der Löhne vom Preisindex
    Dadurch wird das Verhältnis zwischen Einkommen und Ausgaben (Lebenshaltungskosten) verändert. Die BürgerInnen können sich schlichtweg weniger kaufen.
  • Verschärfung der Gesetze

Die Glopoly-Spieler in der Wall Street reiben sich die Hände. Ihre Mitarbeiter sitzen inzwischen in den fremden Wirtschafts- und Finanzministerien und bestimmen den tatsächlichen Ablauf der Politik: Kürzungsmaßnahmen und Entlassungen für das einfache Volk, Gehaltserhöhungen und ein abgesichertes Leben für die Politische Führung und die willige Beamtenschicht. Ein aufmerksamer und kritischer Blick in die Medien zeigt, dass es sich hierbei um kein Spiel handelt, sondern um „blutigen“ Ernst. Dass diese Politik menschenverachtend ist und rein gar nichts mit Nächstenliebe zu tun hat kann man tagtäglich erleben. Die Menschheit verarmt geistig (moralisch) mehr und mehr. Selbst materiell wird die übergroße Mehrheit ärmer und ärmer, während einige wenige sich unvorstellbare Reichtümer anhäufen.

Dahinter steckt ein System und man muss sich fragen: Was müssen die Regierungen von total verschuldeten Ländern tun, damit sie trotzdem weiterhin Kredite bekommen?
Die Antwort scheint hier zu liegen: Es gibt „geheime Vereinbarungen, deren Unterzeichnung von Ländern wie Argentinien verlangt wird, bevor sie in den Genuss von IWF/ Weltbank-Krediten kommen können. Voraussetzung ist zum einen der »Privatisierung« genannte Verkauf öffentlicher Einrichtungen — Wasser- und Elektrizitätsversorgung, Verkehrssysteme, Telefonnetze, Ölpipelines — an internationale Unternehmen und zum anderen die »Bearbeitung« der verantwortlichen Politiker, die Palast (ein Autor, w.m.) am Beispiel eines argentinischen Senators schildert:

"Vor zwei Wochen sprach ich mit einem Senator aus Argentinien. Ich hatte ihn vor der Kamera. Er sagte, dass er Ende 1988 einen Anruf von George W. Bush, unserem heutigen Präsidenten, erhielt, der ihm sagte, gib die Pipeline (zwischen Argentinien und Chile) an Enron. Was dann passierte, sagte er, war ziemlich unheimlich: Enron wollte nur ein Fünftel des welt-marktüblichen Preises bezahlen, und er fragte, wie man nur ein solches Angebot machen könne. Und es wurde ihm gesagt — nicht von George W., sondern von einem Partner in diesem Deal: Auch wenn wir nur ein Fünftel bezahlen, bleibt davon ein ziemliches Stück für dich übrig und geht auf dein Schweizer Konto. So läuft es."

Joe Stiglitz, Chefökonom der Weltbank und Wirtschaftsnobelpreisträger, wurde gefeuert, als er nach etlichen Dienstreisen in die betroffenen Länder die Details dieser Praktiken durchschaute und begann, kritische Fragen zu stellen. Palast hat mit ihm ausführlich gesprochen und schildert die Methoden, mit denen Staatsunternehmen der Bevölkerung geraubt und unter die Kontrolle von IWF und Weltbank gebracht werden…“

Ein Gastkommentar von "Maxe69"

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