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Berichte zu Studien, die Menschen bewegen


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Die Operation ist der Physiotherapie bei Rückenschmerzen nicht überlegen

Eine häufig kontrovers diskutierte Frage: Wann soll man bei Rückenschmerzen sinnigerweise operieren?  Eine norwegische Studie kommt zu dem Schluss, dass bei chronischem Rückenleiden eine Operation nicht besser als eine konservative Therapie, wie z.B. die Physiotherapie ist. Das heißt, langfristig sind keine entscheidenden Vorteile einer OP zu erwarten.

Rückenschmerzen
© Stefan Redel - Fotolia.com

Das Ergebnis dieser Studie lieferte die Beobachtung von 124 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen über vier Jahre. Ein Teil wurde konservativ (z.B. mit Physiotherapie) behandelt und ein Teil operativ. Das Ergebnis:

  • 24% der Menschen, bei denen Physiotherapie oder kognitive Verhaltenstherapie angewendet wurde, mussten nach vier Jahren operiert werden, da keine Besserung eingetroffen ist.
  • 23% der Menschen, die operiert wurden, mussten nach vier Jahren wiederholt operiert werden,  da keine Besserung eingetroffen ist.

Fazit: Die Operation bei chronischen Rückenschmerzen ist der konservativen Behandlung (z.B. Physiotherapie) nicht überlegen. (Mai 2011)

Quelle: www.integrative-medizin.at/php/physiotherapie,17435.html

Rückenprobleme gehen oft mit Depressionen einher

Häufig treten chronische Rückenprobleme in Kombination mit einer Depression auf. Die sogenannte multimodale Schmerztherapie soll dagegen helfen.

Was ist eine multimodale Schmerztherapie?
Diese fasst ergo-, psycho- und physiotherapeutische Behandlungen und kann betroffenen Menschen sehr gut helfen. Dieses Ergebnis veröffentlichte die Forschgruppe um Prof. Marcus Schiltenwolf und Dr. Haili Wang von der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg in der Fachzeitschrift „Arthritis Research & Therapy“.
Dabei wurden über sechs Monate lang die Ergebnisse von Therapien bei chronischen Rückenschmerzenpatienten mit und ohne Depression geprüft. Bei Patienten mit Depression konnte die multimodale Schmerztherapie nach sechs Monaten 49% eine Verbesserung hervorrufen, bei Patienten ohne Depression hingegen nur 15%. Aber auch die Rückenfunktion hatte sich bei depressiven Patienten deutlich stärker verbessert.

Prof. Schiltenwolf erklärt: „Es scheint, dass beim Vorliegen einer Depression die multidisziplinären Inhalte der Schmerztherapie einen besonders nachhaltigen Effekt erzielen können.

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg vom 18. Nov. 10

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